TP 5: Subjektives Erleben und Nachwirkung von Zwangsmaßnahmen (Qualitative Analyse)

Aus Kasuistiken, Psychoseseminaren und Interviewstudien ist bekannt, dass Zwangsmaßnahmen von den betroffenen Menschen sehr unterschiedlich verarbeitet werden. Das retrospektive Erleben von Zwang variiert zwischen Wut, Hilflosigkeit, Angst, Scham oder Demütigung bis hin zur Traumatisierung einerseits und Erleichterung, Ruhe oder Sicherheit andererseits. Vor allem Behandlungsbeziehung und -konzeption werden als Hauptgrund diskutiert. Doch welche Faktoren genau den Unterschied ausmachen, ist nicht bekannt. Die Vermeidung von Traumatisierung hilft zugleich auch bei der Vermeidung von Zwang.

Methodik: Qualitative Interviews mit partizipativer Beteiligung von Peerforschern bei insgesamt 100 Patienten mit Zwangserfahrung an mehreren Standorten. Zugang über Akutstation, Psychoseseminare und Selbsthilfegruppen. Vergleich von Extremgruppen im Hinblick auf Aspekte von Persönlichkeit, Krankheit sowie Durchführung und Vorlauf Zwangsmaßnahme.

Dieses Teilprojekt ist ein eigenständiges Projekt der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité Berlin.

Verantwortliche Leitung: Dr. Christiane Montag, Dr. Lieselotte Mahler (Charité Berlin)