TP 2: Einfluss von Peer-Begleitung auf die Rate der Zwangsmaßnahmen (Pilotstudie)

International Studien geben Hinweise, dass Peerbegleiter im Gegensatz zu traditionellen Versorgungsangeboten, besonders eigensinnige und psychiatrie-abgewandte Patienten erreichen, schneller vertrauensvolle Beziehungen aufbauen und dadurch zur Reduktion von Zwangsmaßnahmen beitragen können. In Deutschland gibt es durch gute Ausbildungsbedingungen, eindeutige Leitlinienempfehlungen und erste empirische Belege zur stationären und zur ambulanten Wirkung von Peerarbeit eine gewisse Aufbruchstimmung. Am UKE gab es gute Voraussetzungen und inhaltliche Vorarbeiten, an denen anzuknüpfen war:

  • Es gibt mehrere Generationen gut ausgebildeter Peer-BegleiterInnen
  • Es gibt bereits einige angelernte Peer-Forscher
  • Es gibt am UKE bereits Erfahrungen mit Peerarbeit im ambulanten und stationären Akutbereich

 

Zu klären ist, auf welche Weise Peers Einfluss auf die Rate der Zwangsmaßnahmen haben können a) im stationären Setting z. B. durch Qualifizierung des Personals und indirekten Einfluss auf das Stationsmilieu und b) im ambulanten Setting z. B. durch das bessere Erreichen von Patienten mit Distanz zum Behandlungssystem und erhöhtem Zwangsrisiko.

Methodik: Die vorhandene Infrastruktur in Hamburg und in anderen Regionen erlaubt eine prospektive und kontrollierte Untersuchung (ein n=100 wird angestrebt). Fokusgruppen mit Peerbegleitern, Interviews mit Patienten der Zielgruppe dienen der Vorbereitung.

Dieses Teilprojekt stellt ein eigenständiges Projekt des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf dar.

Verantwortliche Leitung: Prof. Dr. Thomas Bock, Candelaria Mahlke (UKE Hamburg)