TP 1: Entwicklung eines Monitoringsystems zur Vermeidung von Zwang

Übergeordnetes Projektziel ist die unbedingte Wahrung der Menschenrechte und die Vermeidung von Zwang und Gewalt im psychiatrischen Hilfesystem. Konkretes Ziel des Projektes ist es, Instrumente zu entwickeln, die diesem übergeordneten Ziel näher führen. Dazu gehören die Identifikation bzw. Definition aller Formen von Zwang, die Schaffung von Datentransparenz von Zwangsmaßnahmen in Einrichtungen, die Ausarbeitung von Alternativen zur Vermeidung von Zwangsmaßnahmen, die Identifikation von wirksamen Vermeidungsmaßnahmen von Zwang, die Identifikation von strukturellen, präventiven Faktoren von Zwangsmaßnahmen und letztendlich hierauf basierend die Erstellung von Empfehlungen und die Entwicklung eines Monitoringsystems zur Vermeidung von Zwangsmaßnahmen in der psychiatrischen Versorgung.

Qualitative Erhebungen und Analysen in ausgewählten Regionen werden als Grundlage genommen für die Erstellung eines bundesweit einsetzbaren Monitoringsystems zur Erfassung und Vermeidung von Zwangsmaßnahmen im psychiatrischen Hilfesystem.

Untersuchung in ausgewählten Regionen: Situationserfassung in Einrichtungen zur Zwangsvermeidung und der Datenlage (Unterscheidung von Maßnahmen: nach PsychKG und BGB in Kliniken und anderen freiheitsentziehenden Maßnahmen, Unterbringung in Heimen nach BGB in Pflege- (SGB XI) und Eingliederungseinrichtungen (SGB XII), und anderen freiheitsentziehenden Maßnahmen und Unterscheidung nach Zielgruppen: psychisch kranke Erwachsene, Kinder und Jugendliche, alte Menschen und Straftäter). In den ausgewählten Regionen wird eine Vollerhebung in allen Bereichen begrüßt, aber nicht vorausgesetzt.

Entwicklung von Strategien: In den Regionen sollen Projektgruppen gebildet werden. Schwerpunktsetzungen sind möglich und erwünscht, z.B. eine Zielgruppenfestlegung. Anschließend Festlegung von Indikatoren und Art des Informationsgewinns und schließlich Entwurf eines Monitoringsystems für jeweilige Region. Dieser Prozess wird durch Projektmitarbeitende unterstützt.

Erfahrungsaustausch und Vergleiche der ausgewählten Regionen: Austausch (per Mail und in Workshops)und Vergleich der Dokumentationssysteme über Maßnahmen der Zwangsvermeidung; Projektmitarbeitende: qualitative Experteninterviews, Bewertung durch Angehörige, Psychiatrieerfahrene und eines Expertengremiums, Anregungen an die Regionen.

Bildung eines Monitoringsystems: Benennung notwendiger dokumentierter Aktionen vor der Zwangsmaßnahme, Aufdeckung von Informationslücken und deren Verantwortung, Strategien zur Schließung dieser Informationslücken, Planung strukturierter Informationsflüsse und Implementation, Gremienbildung in Region zur Vermeidung von Zwang.

Zusammenführung der regionalen Monitoringsysteme zu einem Gesamtsystem geeignet für den bundesweiten Einsatz und

Erarbeitung von Empfehlungen zum Ziel der Qualitätsentwicklung

 

Kontakt: Interessierte Akteure erhalten nähere Informationen über Ulrich Krüger (Aktion Psychisch Kranke), Matthias Rosemann (Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrische Verbünde) und Katharina Fröhlich (ebenfalls BAG GPV). Bei Fragen oder Interesse wenden Sie sich bitte an:

Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrischer Verbünde e.V.
Oppelner Straße 130, 53119 Bonn
Telefon 0228 390 7637, Email: projekt@bag-gpv.de, Internet: www.bag-gpv.de

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