6. November 2023 - Vernetzte Hilfen im GPV: Kooperation und gemeinsame Verantwortung

Am 6. November 2023 veranstaltetete die BAG GPV in Kooperation mit der Aktion Psychisch Kranke e. V., dem Bundesnetzwerk Selbtshilfe seelische Gesundheit e. V. sowie dem Dachverband Gemeindepsychiatrie e. V. ihre Jahrestagung in Frankfurt am Main. Auf der rechten Seite können Sie das Tagungsprogramm sowie weiterführende Informationen herunterladen.

 

 


Inhaltliche Einführung:

Vernetzte und koordinierte Hilfen für psychisch beeinträchtige Menschen ist einerseits ein Thema mit langer Tradition, andererseits durch verschiedene aktuelle Entwicklungen neu belebt:
Im Bereich der Behandlung sind neue Möglichkeiten durch Modellprojekte nach § 64b SGB V, die KSVPsych-Richtlinie und durch die stationsäquivalente Behandlung entstanden. Das Bundesteilhabegesetz hat die Teilhabeplanung vor einigen Jahren verankert und die Gesamtplanung des Trägers der Eingliederungshilfe soll mit den Leistungen zur Pflege gemeinsam gestaltet werden.

Diese Beispiele zeigen, dass das Bewusstsein über das Erfordernis koordinierter Hilfen gewachsen ist. In der Praxis erleben wir folgerichtig verschiedene Initiativen, die sich um leistungsträgerübergreifende und koordinierte Hilfen bemühen, wie etwa in den Gemeindepsychiatrischen Verbünden oder in anderen Modellen vernetzter Versorgung. Neben dieser geübten Praxis, die manchmal über gesetzliche Regelungen hinaus geht, stehen zugleich rechtliche Vorgaben, die nur rudimentär umgesetzt werden.

Diese Entwicklung birgt Risiken in sich.

Es zeichnen sich zwei Szenarien ab:

(1)   Weiterhin entwickelt jeder Leistungsbereich koordinierte Leistungen nur innerhalb seiner Leistungszuständigkeit. Dann treffen sich zur Abstimmung der koordinierten Hilfe in Zukunft nur noch die Fall- und Casemanager:innen verschiedener Leistungsträger mit den Menschen mit Leistungsansprüchen und die Versäulung wird weiter zementiert.

(2)   Oder wir nähern uns endlich über verschiedene Einzelschritte einer Zukunft an, in denen jeder Leistungsbereich seinen Teil von Leistungen erbringt, und die Beteiligten einigen sich mit den Menschen mit Leistungsansprüchen darauf, dass die notwendige Koordination von eine:r der schon vorhandenen Akteur:innen übernommen wird.

Mit der Tagung wurde augefzeigt und erörtert, was heute schon möglich ist, wo aber noch Handlungs- und Steuerungsbedarf bestehen.